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Albanien

Albanien August 2018

Montag 27. 8. 2018

Zum Glück habe ich gestern Abend noch die Berge gesehen.  Heute morgen ist es ungemütlich nasskalt und der Nebel hängt im Tal. Nach einer heißen Dusche in den sehr verdreckten Sanitäranlagen und einem guten Frühstück machen wir uns zur Wanderung rund um den See auf. T-Shirt, Pullover, dicke Fleecejacke und Halstuch. Handschuhe waren auch nicht schlecht.  Um kurz bach 9:00 stehen gerade 2 Autos am Parkplatz und so wanderen wir bei Nieselregen aber wohltuender Stille und Ruhe um den See. 1 Stunde war angegeben und egal welche Ausrüstung.  Die Wege sind nicht markiert, es waren Kletterpassagen über Steine und Felsen und umgefallene Bäume dabei.  Einige Passagen habe ich mit meinen rutschigen Turnschuhen verweigert und hab mich steil bergauf durch dichten Wald für einen Umweg entschieden.  Alles in allem haben wir sicher 2,5 Stunden gebraucht und ich gehe schnell.  Dafür lag hier fast kein Müll rum.  Bei Sonnenschein wird das Panorama sicher extrem beindruckend sein. Auf dem Rückweg kamen uns dann auch schon die Menschenmassen entgegen. Dann musste ich auf der feuchten Wiese vom Campingplatz fahren. Schkammorigie und Rutschpartie. Mut Hilfe von 3 Männern war auch das bewältigt. Ich hatte vor über eine schmale Straße wo ich nicht recherchieren konnte ob man mit dem Bus durch die Tunnels kommt nach Niksic zu fahren und dort zu übernachten. Nach hundert Meter bin ich jedoch umgedreht da ich bei dem Nebel ohnehin nichts von der Landschaft hatte und mein Bedarf an Abenteuer für heute irgendwie erschöpft war.  Also die gut ausgebaute Straße, wieder über Pässe, anspruchsvoll genug, die Sonne kommt raus und das Panorama ist auch sehr schön. In Niksic beschließe ich nach einer kurzen Rast nach Albanien weiter zu fahren.  Ich würde so gegen 17:00 ankommen je nach Grenzwartezeit. In Podgorica kann ich schon die Albanischen Berge sehen und ich fühle mich glücklich. An der albanischen Grenze kontrolliert eine wirklich hübsche Polizistin.  Sie fragt wo ich hinfahre. Ich sage Albanien. Sie lächelt ubd wünscht mir einen schönen Aufenthalt. Ich habe das Bedürfnis nach Wasser und schwimmen und biege ungeplant wieder zum Lake Skodra Resort ein. Hier ist schon deutlich mehr los als letztes Jahr.  An der Rezeption fragt mich die junge Dame „sie waren schon mal hier? Letztes Jahr im Juni ach ja mit schwarzem Hund (Shila lag im Auto)“ ich war nur eine Nacht letztes Jahr hier.  Deshalb war ich perplex dass sie sich nich erinnern konnte. Ja so fühlt sich heimkommen an.  In mein Albanien.  Selbst die erste Tafel mit der km/h Begrenzung und die Schotterpiste zum Campingplatz fühlen sich vertraut an. Das musste ich dann mit einem Gläschen Prosecco feiern. Heute morgen hatte ich noch keine Vision dass ich abends in dem herrlichem See eine Runde schwimmen werde und dabei in die von der Abendsonne beschienenen Berge schaue.

Dienstag 28. 8. 2018

Heute ist ein Entspannungs-Badetag angesagt und deshalb gibt es nicht zu viel zu berichten. Außer dass es extrem schön hier ist, der See hat Badewannen-Temperatur und er liegt malerisch umgeben von wunderbaren Bergmassiven. Ich nütze die Zeit in der Hängematte um meine weitere Reise zu planen. Was anschauen? Wo übernachten? Wo parken? Ist due Straße befahrbar? Tja und um einiges nachzulesen.

In Albanien kommt man um drei Personen nicht herum.

1. SKANDERBEG: um 1450 ein Adeliger Feldherr, einst bei den Osmanen aufgewachsen ubd islamisch erzogen, später zum Christebtum konvertiert  kämpfte er sehr erfolgreich mit nur 10000 Mann gegen den Vormarsch der Türken. In Lezhe verbündete er sich mit Montenegrinischen Fürsten wo er dann an Malaria starb. Er wurde dann auch dort beerdigt. 10 Jahre später gelang es den Türken dann doch das Gebuet zu besetzen. Die Legende sagt dass sie aus seinen Gebeinen Talismane geschnitzt haben. Er wird in Albanien als Nationalheld immer noch gefeiert  und ist allgegenwärtig. Er hatte sicher großen Einfluss auf die Geschichte Europas.

2. ENVER HOXHA: er übernahm Bach dem Weltkrieg 1945 als Kommunist die Staatsführung.  Aus der scheinbaren Demokratie entstand eine kommunistische Diktatur und aus vielen Partisanen wurden Geheimpolizisten die für grausame Säuberungsaktionen zuständig waren.  1948 wurden auch die Grenzen dicht gemacht und blieben 40 Jahre verschlossen. Der Kontakt mit westlichen Staaten,später mit Russland ubd noch später mit China wurden immer mehr abgebrochen. Hoxha starb 1985. Durch die Isolation kam es zu einem zunehmend wirtschaftlichen und industriellen Zerfall. Im Bereich der Bildung und Gleichberechtigung aber auch kulturellen Veränderungen hat sich in dieser Zeit sehr viel getan. Ab 1990 kam es zu einer langsame. Öffnung Albaniens.

3. MUTTER THERESA: sie entstammte einer wohlhabenden Familie aus Shkodër. Im Alter von 12 Jahren entschied sue dich Nonne zu  werden. Sie lebte später in den Armenvierteln von Kalkutta wo sie 1997 auch starb. Mittlerweile wurde sue vom Papst heilig gesprochen. Der Flughafen in Tirana ist nach ihr benannt.  Nené Teresa.

Mittwoch 29. 8. 2018

Heute steht der Koman Stausee am Programm. Ich habe mich entschlossen nicht selbst zu fahren sondern eine organisierte Tour vom Campingplatz aus. Shila darf mit vorausgesetzt die Hunde vertragen sich. Eh kein Problem. Das gibst eher bei den Menschen. Um 8 Uhr soll’s losgehen. Wir wären zu fünft ubd 2 Hunde. Das hundelise deutsche Pärchen kriegt die Krise wegen der Hunde  und verweigern die Mitfahrt. Zum Glück denn solche Menschen sind nur von Grund auf suspekt. Ein anderes Paar aus Würzburg springt spontan ein, Hunde wo ist das Problem? Und wir sind dann auch wirklich eine entspannte Gruppe. Der Fahrer fährt im albanischen Stil, während er durch Schlagllcher Slalom fährt, an Engstellen trotzdem umgepremst am Gegenverkehr virbeibrausz, schafft er es zwei permanent läutende Händys zu bedienen ohne uns über die steile Passstrase in die Tiefe zu befördern. Achterbahn ist vom Nervenkitzel-Faktor ein Dreck dagegen.  Aber die Strecke bis zum Staudamm ist für sich schon atemberaubend schön. Nur Spike der zweite Hund musste mal kotzen. Shila ist da vermutlich geeichter durch meine Bergtouren in Bosnien.  In Koman sind wir dann auf ein Boot umgestiegen  um damit ging’s durch eine atemberaubende Kulisse von Smaragdgrünem Wasser, grünen Wäldern und schroffen Felsen 1,5 Stunden zu einer netten Sandbank.  Dort gab es ein Restaurant wo wir zu Mittag aßen. Danach ging’s zum Baden ins kristallklare kühle Wasser.  Auch die Hunde hatten ihre Freude. Um 15:00 ging’s wieder zurück mit dem Boot und Auto.  Herrlich beeindruckend unvergleichlich.

Donnerstag 30.8.2018

Heute geht es weiter.  Den Vormittag verbeing ich noch mit Internetrecherche, Baden plaudern und zusammenpacken. Dann soll es Richtung Lezhe weitergehen. Geplant ist Sightseeing und abends essen in dem Sliw Food Lokal Albaniens. Auf der Fahrt durch Shkodër ubd später auf einer kleinen Nebenstraße nach Fishje kaufe ich nich Obst, Gemüse und Brot ein. Interwegs entdecke ich mich einen Spar.  Da bekomme ich Käse und etwas Fleisch.  Nachdem mich langsam mein Hunger quält ubd ich bei der Hitze keine Lust auf Besichtigungstour habe, beschließe Chef kurzerhand. Einen Plan zu ändern ubd gleich essen zu gehen.  Das Lokal ist brechend voll. Mein Eintritt mit Hibd löst wieder allgemeines ängstliches aufstöhnen aus.  Ob ich reserviert habe würde ich gefragt. Teotzd m wurde für mich sofort eine Lösung gefunden.  Draußen im Weingarten unter einem Feigenbaum wurde für mich gedeckt. Der beste Platz um einen heißen Sommertag zu genießen.  Ob ich Allergien hätte wurde gefragt , als ich verneine wurde aufgetischt. Ein Gang Bach dem anderen.  Phantasievolle, kreative regionale Küche. So viel konnte ich gar nich essen so dass auch Shila satt wurde.  Hier werde ich nicht übernachten. Mein Plan ist nun doch weiter zum Kap Rodonit zu fahren und mir dort am Strand einen Schlafplatz zu suchen.

Das wegfahren war dann gar nicht so einfach …..

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Danach fahre ich nich bis Lezhe. Dort möchte ich noch das Grabmal von Skanderbeg  besuchen. Leider wird es gerade renoviert und ist nur von außen zu besichtigen wie mir ein Mann mit gebrochenem Englisch erklärt. Illir heißt er und bietet mir gleich einen Espresso an den ich in Gesellschaft einiger Straßenhunde genieße. Shila geht sehr souverän mit diesen um. Ein kleiner ist besonders vorwitzig und will dauernd auf meinen Schoß.

Dann gehts weiter Richtung Kap Rodon. Nachdem es schon dunkel und ich es nicht mehr bei Tageslicht auf den Übernachtungsplatz schaffe suche ich mir einen Schlafplatz auf dem Parkplatz eines Lokals.  In einem der Dörfer am Weg. Dort findet gerade eine Hochzeit statt und wir kommen abends noch in den Genuss eines Feuerwerks. Ich stelle mir den Wecker auf 6:30 damit wir noch vormittags die Wanderung aufs Kap machen können.  Sonst wird es wieder heiß.

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Freitag  31. 8. 2018

Nach dem Frühstück erklimmen wir auf einer schmalen Straße das Kap. 100 Lek Eintritt wird am Schranken davor verlangt dann kann man mit dem Bus bis zur Kirche aus dem 12. jhd. fahren. Sie gehörte zu einem Franziskaner Orden. Skanderbergs Schwester Mamica gilt als Stifterin. Der Strand ist leider extrem vermüllt wobei der Fluss Ishem der hier ins Meer mündet dem Müll mitbringt. Ich verzichte auf ein Bad obwohl das Wasser glasklar und einladend ist. Dann wandern wir zum Kamm des Kaps und zur Festung von Skanderbeg. Der Weg geht steil bergauf und bergab. Das Panorama ist wieder einmal überwältigend.  Am Weg entdecken wir sogar freilegende Schildkröten. Zur Belohnung gibts eine herrliche Wassermelone die ich mir mit einer Schar Wespen teile und für Shila einen kräftigen Schluck aus der Heilquelle.

Danach geht es weiter durch den Stau von Tirana nach Elbasan und weiter an den Oridsee nach Pogradec.  Mittlerweile hab ich die albanische Fahrweise schon wieder intus. Verkehrsregeln gelten kaum. Vorrang hat der mit dem größten Mut.  Also werfe ich meinen Bus ins Verkehrsgetümnel und schaffe es durchaus schon mir den Vorrang zu erkämpfen. Bei Elbasan ist die Straße schon sehr gut ausgebaut, ansonsten gibt es die üblichen Überlandatrassen durch die Dörfer und immer wieder steile Passstrassen. Ich schaffe einen guten Schnitt und komme schon um 13:30 an. Am Hotel und Camping Victoria finde ich einen Stellplatz direkt am Wasser.  Die Sanitäranlagen des Hotels dürfen mitbenutzt werden.  Und es gibt wieder wlan damit ich meinen Reisebericht weiterschreiben kann.  Das mache ich auf einer Hotelliege mit Blick auf den See hinüber nach Mazedonien.  Der Oridsee gilt als der älteste See der Welt. Er liegt zwischen Mazedonien, Albanien und Griechenland.

Samstag 1.September 2018

Heute habe ich nicht so viel zu berichten. Ein Tag am See beginnt frühmorgens um den Sonnenaufgang direkt von meinem Bus aus zu genießen.  Wann steht man schon so perfekt? Nach dem Frühstück packe ich das Rad aus um nach Pogradec zu radeln.  Shila liebt die überhitzen Städte ohnehin nicht also lasse ich sie im kühlen Bus (Klimaanlage sei dank). Das Radfahren ist fast noch abenteuerlicher als das Autofahren.  Einmal konnte ich im letzten Moment einem Loxh in der Straße ausweichen.  Pogradec ist nicht sehr spektakulär aber sehr quirlig und authentisch. Es macht Spaß durch die Stadt zu radeln. Zuletzt finde ich nich das Café.das für sein selbstgemachtes Eis sehr gelobt wird. Dafür und für einen Espresso bezahle ich 1,90 Euro.Den restlichen Tag verbringe ich im Liegestuhl. Das Klima ist sehr angenehm hier.  Es ist warm aber nicht drückend heiß und es geht immer ein leichter Wind. Da dieser am Nachmittag etwas lebhafter wird verwerfe ich den Plan zu paddeln. Wer weiß wo mich der Wibd dann noch hintreibt? Gute Ausrede um an meinem spannenden Buch weiterzulesen.  Es ist von Bessa Myftiu, einer albanischen Schriftstellerin und heißt „An verschwundenen Orten“. Sie. beschreibt darin ihre Kindheit unter der Hoxha-Diktatur.  Und das mit sehr viel Wärne und Humor.

Sonntag 2. 9.2018

Heute geht es weiter. Noch einmal ein morgendliches Bad bei Sonnenaufgang im See. Alles ist still in der Ferne sieht man die Fischerboote.  Dann geht es weiter nach Korca. Es ist die größte Stadt in Ostalbanien. Nachdem ich auch rasch einen Parkplatz finde mache ich mich auf den Weg die Stadt zu erkunden und bin positiv überrascht über das moderne Ambiente. Am Basar geht es wie immer lebhaft zu. Aber dahinter befindet sich ein wunderbares Viertel mit netten Läden und Lokalen. Dort nehme ich dann auch in einem netten Café einen schönen Espresso und ein Eis. Dann geht die Fahrt weiter nach Voskoponje. Mein liebes Navi hat natürlich schon wieder eine Überraschung für mich parat. Statt über die gut ausgebaute Straße direkt, schickt es mich zuerst durch den Staftverkehr von Korca und dann über enge Dorfstraßen offroad. Mühsam  kämpfe ich mich wieder auf die vernünftige Straße zurück. Bei der Rückfahrt verweigere ich klüger geworden diese Variante. Früher war Voskoponje die Hauptstadt der Region und es existieren dort noch unzählige Kirchen. Während der osmanischen Besatzung durften die Kirchen als solche nicht erkennbar sein und wirken deshalb von außen wie Bauernhäuser. Erst im inneren erkennt man die sakrale Ausstattung. Leider ist diese Kirche heute geschllssen. Aber dafür ist eine  andere offen um ein wenig von der Innenausstattung zu sehen. Es sind noch schönen Fresken erhalten. Danach fahre ich nach Korca zurück. Diesmal auf direktem Weg. Auch die Straße hinter Korca ist erfreulich neu ausgebaut, wird dann aber eine immer schlechter und schmäler werdende Passstrasse. Dafür das es die einzige Verbindungsstraße in den Süden ist, erinnert es an meinen Güterweg zu Hause. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist 30 km/h. Einige Berge müssen bergauf und bergab überwunden werden. Aber ich erreiche doch schon am Nachmittag die Farma Sotira, dort finde ich einen netten Stellplatz. Es gibt sogar ein Pool zur Abkühlung. Dann schaffe ich es in der Hängematte die zufällig neben meinem Bus aufgespannt einlädt, mein Buch zu Ende zu lesen. Abends gibt es wieder herrlich frischen Fisch. Das geplante Reiten spare ich mir. Reiten ist überall übermäßig teuer. Hier wollen Sie pro Stunde mit Guide 20 Euro. Und das in Albanien!!!!  Aber der Abend wird trotzdem unterhaltsam. Ich unterhalte mich länger mit dem albanischen Tourguide einer britischen Radlergruppe. Sie fahren mit dem Mountainbike durchs Land was bei 30 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit fast genauso effizient ist. Er erzählt etwas von seinem Leben, einige Jahre war er Soldat in Afghanistan. Tja und mein  Englisch wird auch langsam flüssiger. Leider ist das wlan in den Bergen eine Katastrophe und deshalb ist es nicht möglich meinen Blog weiter zu schreiben.