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Tschechien

Sedletz-Ossarium in Tschechien

Es geht wieder los. Diesmal führt mich meine Reise ins Baltikum und ich bin froh dass mich die An- und Rückreise wieder durch das wunderbare Polen führt.

Donnerstag 6. Juni 2019

Nachdem ich alles zu Hause noch erledigt habe, sind wir kurz vor 11 Uhr startklar. Noch schnell zur Tankstelle und volltanken, durch Linz durch und schon geht es auf der S10 Richtung Norden. An der Grenze habe ich noch eine Monatsvignette für Tschechien erstanden. Mein erstes Ziel ist das Beinhaus von Sedletz (ungefähr auf der Höhe von Prag). Aber zuerst musste ich noch das Baustellenlabyrinth in Budweis überstehen. Nach ca. 4,5 Stunden haben wir das Ziel erreicht. Ich finde wirklich gleich neben dem Friedhof einen Parkplatz und stelle fest, dass mein kleiner Bus neben einer Limousine fast niedlich wirkt. Ich kann wirklich überall parken. Um den Friedhof tummeln sich wie überall eine Menge Asiaten. Ich besorge mir das Ticket in der Touristeninformation und kurz darauf tauche ich in die bizarrste Friedhofskapelle ein.

Info: Das Sedletz-Ossarium befindet sich im Untergeschoss der Allerheiligenkirche  auf dem Sedletzer Friedhof. Berühmtheit erlangten Kirche und Beinhaus durch die Aufbewahrung von rund 40.000 menschlichen Skeletten, wovon die Knochen von etwa 10.000 Menschen künstlerisch verarbeitet wurden, um Dekorationen und Einrichtungsgegenstände für das Kirchengebäude zu formen.
Der Legende nach wurde Heinrich, ein Abt des Zisterzienser-Klosters-Sedletz, um 1278 von König Ottokar II. Přemysl von Böhmen mit einer Botschaft nach Jerusalem entsandt. Auf seiner Rückreise brachte der Abt eine Handvoll Erde vom Kalvarienberg mit und verteilte diese über den Klosterfriedhof, der dadurch zu heiligem Boden erklärt wurde.
Daraufhin entwickelte sich der Friedhof zu einem begehrten Bestattungsort in Mitteleuropa, auf dem nicht nur Menschen aus der Umgebung von Sedletz und Böhmen sondern auch aus Polen, Bayern und den Niederlanden bestattet wurden. Aufgrund der Pestepidemien in der Mitte des 14. Jahrhunderts (hierdurch zählte der Friedhof bereits etwa 30.000 Tote) und der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert, die mehrere tausend Opfer forderten, musste der Friedhof ständig erweitert werden. Das Gelände erfuhr seine größte Ausdehnung mit zirka 3,5 ha. Viele der Toten wurden in Massengräbern verscharrt.Im frühen 15. Jahrhundert wurde im Zentrum des Friedhofs ein zweigeschossiges Kirchengebäude im gotischen Stil errichtet. Im Verlauf der Bauarbeiten wurden die Überreste der Toten exhumiert und im Untergeschoss des Kirchengebäudes eingelagert, das seither als Beinhaus genutzt wurde. Da der Friedhof verkleinert werden sollte, wurde die Exhumierung der Toten auch nach dem Bau der Kirche fortgesetzt. Dieser Auftrag soll laut Überlieferung ab etwa 1511 von einem halbblinden Zisterziensermönch ausgeführt worden sein, der die Gebeine systematisch im Ossarium niederlegte. Insgesamt wurden die Überreste von rund 40.000 Menschen zusammengetragen. 1870 beauftragte  die Familie Schwarzenberg, den Holzschnitzer František Rint aus Skalitz mit der Innenausstattung des Ossariums auf eher ungewöhnliche Art und Weise: Nicht Holz diente Rint als Baumaterial, sondern die im Beinhaus eingelagerten Knochen. 
František Rint schuf das gesamte Inventar mithilfe menschlicher Knochen. Hierfür benötigte er die Gebeine von rund 10.000 Menschen. Unweit der Eingangstür führt eine Treppe in das Untergeschoss des Kirchengebäudes. Auf beiden Seiten des Treppenabgangs stehen zwei fast menschengroße Abendmahlskelche. Rechts, neben einem der Kelche, befindet sich ein aus Knochen und Schädeln geformtes Jesus-Monogramm.
In der Raummitte des Untergeschosses hängt ein achtarmiger Lüster, der nahezu sämtliche Knochensorten des menschlichen Körpers enthält. 
Der Hauptbestand der Gebeine wurde jedoch in den Nebenräumen konisch angehäuft, insgesamt vier gigantische Knochenberge zieren die Seitenschiffe des Souterrains. An manchen Schädeln, besonders an denen, die in der Nähe der Nebenaltäre lagern, sind Spuren der Gefechte während der Hussitenkriege zu erkennen (Dreschflegel, Fausthammer).

Wikipedia

Dann geht die Fahrt weiter gegen Norden. Nochmals 2 Stunden bis zu den Adersbacher Felsen im Riesengebirge. Es ist die Heimat des Rübezahls, des „Herren der Berge“. Hier finden sich bizarre Steinformationen. Ich finde den kostenpflichtigen Parkplatz. Er ist ziemlich leer. Nur ein holländische Womo steht noch hier. Er ist mit fast 40 Euro pro Nacht ziemlich teuer aber dafür sehr ruhig. Nach dem Abendessen brechen Shila und ich mal auf um die Gegend zu erkunden. Morgen vormittag hatte ich die Wanderung durch die Felsen geplant. Aber was für ein Wunder, die Tür ist abends offen und so beschließe ich spontan die Wanderung vorzuverlegen. Heute ist es noch angenehm kühl, wir haben das ganze Areal fast für uns alleine, Shila kann ohne Leine laufen und so bewältigen wir die 2 Stunden Wanderung in einer Stunde. Wir sind ganz alleine, nur einmal kommen uns ein paar Jugendliche entgegen. Man hört nur das rauschen des Baches und das abendliche Gezwitscher der Vögel. Die Formationen haben nette Namen wie der Zuckerhut, Rübezahls Zahn, das verliebte Paar, der Handschuh usw.

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