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Baltikum

Baltikum Juni 2019

Mittwoch 13. 6. 2019

Heute wird es wieder sehr heiß. Schweren Herzens muss ich mich von diesen schönen Platz verabschieden. Aber nach dem Frühstück geht es weiter. Quer durch die Masuren fahre ich mit beschwingter Countrymusik gemütlich Richtung Litauen. In Augustow plagt mich der Hunger und die Hitze. Ich suche mir einen Parkplatz an einem See. Leider darf Shila nicht mit an den Strand, deshalb kühle ich mich nur kurz ab und fahre weiter. Um 17 Uhr treffe ich am Freilichtmuseum Rumsiskes in Litauen ein. Shila darf mit hinein, aber die Häuser sind nur mehr von außen zu besichtigen. Wir spazieren trotzdem durch und sind ganz alleine in dem weitläufigem Gelände. Es hat um diese Zeit immer noch 34 Grad und so begrenzen wir die Wanderung auf eine Stunde. Eigentlich wollte ich hier am Parkplatz übernachten aber hier staut sich die Hitze extrem, Shila hechelt ohne Anstrengung und mir rinnt der Schweiß in Strömen. Ich beschließe spontan, die Klimaanlage meines Autos zu nutzen und die restlichen 2,5 Stunden noch zum Berg der Kreuze zu fahren.

Ich treffe glücklicherweise gerade zum Sonnenuntergang hier am Berg der Kreuze ein. Ich parke am Besucherparkplatz (stehe hier ganz alleine) und schaffe es ein paar schöne Fotos vom Sonnenuntergang zu machen. Wieder sind wir ganz alleine und es ist eine besondere Atmosphäre hier.

Danach gibt’s endlich Essen. Spagetthi mit Sugo und ein Glas Rotwein. Es wird jetzt angenehm kühl. Shila genießt den Platz im kühlen Gras vorm Womo.

Recherche: Berg der Kreuze

Wie der „Berg der Kreuze“ ursprünglich wirklich entstanden ist, ist heute nicht mehr klar nachzuvollziehen. Eine Geschichte besagt, ein Kranker habe Mitte des 19. Jahrhunderts nach seiner Genesung zum Dank ein Kreuz aufgestellt. Eine andere Version berichtet von heimlich beerdigten Aufständischen, die zwischen 1831 und 1863 gegen den Zaren vorgehen wollten. In einer dritten Überlieferung bedankte sich so ein Vater für die Genesung seines Kindes und eine vierte besagt, dass der Fürst von Vilnius vor 300 Jahren gegen einen anderen Fürsten prozessierte und versprach, wenn er gewinne, stelle er ein Kreuz auf.

Die Gründe für das Aufstellen der Kreuze änderten sich je nach gesellschaftlicher und politischer Gegenwart. So wurde beispielsweise nach Stalins Tod 1953 der Gulag-Opfer gedacht. Später wurde der Berg ein Symbol gegen die kommunistische Herrschaft der Sowjets in Litauen. Das kommunistische Regime wollte dieser Entwicklung Einhalt gebieten und führte im April 1961 die erste Zerstörungssaktion durch. Über 2000 Kreuze fielen dieser zum Opfer. Wieder wurden Kreuze aufgestellt, wieder wurden sie vernichtet. 1973, 1974, 1975 wurden diese Aktionen durchgeführt – aber die Kreuze kamen immer wieder. Schließlich etablierte sich der Berg als Symbol des nationalen Widerstandes. Angeblich wuchs die Zahl bis heute auf über 50.000. Zählt man Gebetsketten und Kränze dazu, sollen es sogar über 100.000 sein.

Doch egal, welche Entstehungsgeschichte wahr sein mag – der geschichtsträchtige Ort ist für viele Menschen etwas ganz besonderes. Sie kommen, um seine Mystik zu spüren, Ruhe zu finden und in sich zu gehen.

Donnerstag 13. Juni 2019

Ich habe gut geschlafen auf dem Parkplatz. Als ich um 8 Uhr aufgewacht bin waren schon viele Autos am Platz obwohl die Tourist-Information erst um 9 Uhr öffnen sollte. Später fällt mir auf das die Zeit auf meiner Armbanduhr nicht mit der Zeit auf meinem Handy übereinstimmt. Verwirrt recherchiere ich. Ja es stimmt die sind mit der Zeit eine Stunde weiter vorne. Es ist also schon nach 9 Uhr. Und es schon wieder extrem heiss. Bis auf 34 Grad wird das Thermometer heute klettern. Und das im hohen Norden. Nach dem Frühstück fahre ich los. Mein Ziel ist Kolka die Landspitze von Lettland am Meer. Auf dem Weg durch einfach Dörfer mache ich Halt in Pedvale um das Open Air Kunstmuseum zu besuchen. Rund um einen Bauernhof hat der Künstler seine und fremde Werke in die Wiese und Landschaft gestellt. Es ist einfach spannend zu spazieren und immer wieder etwas zu entdecken. Manches erschließt sich nicht so sehr, manches ist schön anzusehen oder einfach spannend. Mein persönlichen Favoriten waren „Circulation in Nature“ von V. Kopach, „The Sky Chair“ von Villu Jaanisioo und der umhäkelte Stein „The Makeover“ von Zimante.

Das Freilichtmuseum für Kunst in Pedvāle ist ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung und gehört zum besonders geschützten kulturgeschichtlichen Gebiet Urstromtal Abava. Mit der Bildung des Museums hat im Jahr 1992 einer der bekanntesten Bildhauer Lettlands Ojārs Arvīds Feldbergs angefangen. Die Konzeption des Museums ist die Integration der Landschaft, des kulturgeschichtlichen Erbes und der Kunst in einer Einheitlichkeit. Spazierpfade (1-5 km)“ Quelle: www.talsitourism.lv

In der Ferne hörte ich dann schon die Donner grollen. Ein Gewitter ist im Ansturm. Meine Route führt leider laut meiner App genau ins Zentrum des Gewitters. Trotzdem fahre ich los und habe das Glück vom Sturm nur mehr die Reste (Äste, umgestürtzte Bäume zu sehen). Als ich in Kolka ankomme regnet es in Strömen. Also koche ich erst mal. Als der Regen nachlässt nützen Shila und ich das trockene und sonnige Zeitfenster um einen Strandspaziergang zu machen. Leider zieht es dann auch wieder zu, das Wetter bleibt scheinbar hier hängen und so brechen wir unsere Wanderung zum Cap ab. Ich hoffe, dass ich es morgen schaffen werde.

Freitag 14. 6. 2019

Gestern abend hat es noch einmal ordentlich geregnet und die Temperaturen sind um 20 Grad gefallen. Heute morgen wecken mich doch ein paar Sonnenstrahlen, die jedoch bald wieder verschwinden. Aber es regnet nicht mehr und so machen Shila und ich uns auf um aufs Kap Kolka zu wandern (gestern musste ich ja wegen dem Gewitter umkehren). Es ist sehr ursprünglich hier. Viele umgestürzte Bäume liegen am Strand, und es gibt einen netten Wanderweg durch das Wäldchen entlang des Meeres. Der Nebel hängt und taucht alles in ein mystisches Ambiente.

Danach packen wir wieder zusammen und die Fahrt geht auf langgezogen Strassen wieder Richtung Süden. Ich möchte einen Abstecher nach Ventspils. Im Reiseführer ist sie sehr nett beschrieben. Ich persönlich finde sie irgendwie nicht einladend. Sie ist geprägt von einem großen Hafen, der Öl und Kohlelieferungen aus Russland umschlägt. Die Stadt ist, finde ich, schon noch sehr russisch geprägt. Wenige Geschäfte, wenig Lokale. Viele Häuser sind renovierungsbedürftig.Wobei die schönen Holzhäuser einmal renoviert sicher sehr viel her machen. Das Ambiente erinnert an die Zeit nach dem Fall des eisernen Vorhangs in den Ostländern. Dafür findet praktisch kein Tourismus statt. Was wiederum sehr angenehm ist. Farbenfroh sind die vielen Kühe. Ventspils hat 2002 am Kunstprojekt der CowParade teilgenommen. Diese ist ein internationales Projekt für Kunst im öffentlichen Raum, das auf der Idee der Kuh-Kultur 1998 in Zürich basiert. Am Markt kaufe ich noch Erdbeeren und Kirschen. Auch das ist irgendwie schräg, denn die Preise sind im Verhältnis zu dem oft ärmlichen Ambiente sehr hoch. Ein Kilo Kirschen 6 Euro. Würde mich interessieren wie hoch ein Monatslohn hier ist.

Dann fahre ich weiter nach Pavilosta. Dort soll es eine schöne Steilküste geben. Der Campingplatz liegt wunderschön hoch oben, mit traumhafter Aussicht auf das Meer. Ich bin etwas müde und mache es mir nach dem Essen mit Kirschen und Buch gemütlich. Die Sonne scheint schön warm und der Blick übers Meer ist traumhaft. Dann schlafe ich natürlich ein. Abends zieht leider wieder der Nebel herein und mein Abendspaziergang (man steigt 64 Stufen runter zum Strand), hat leider wieder diesen mystischen Touch. Das Meer ist angenehm zum Barfuß laufen.

Samstag 15 . Juni 2019

Heute morgen scheint endlich wieder die Sonne. Ich möchte noch vor dem Frühstück ein Bad in der Ostsee versuchen. Und es geht gut. Das Wasser hat geschätzte 19 Grad. Shila genießt den Morgenspaziergang am Meer. Danach gehe ich Duschen. Der Weg dorthin ist ein halber Wandertag aber es gibt doch einigermaßen warmes Wasser. Dafür ist das Frühstück bei dieser Aussicht ein Gedicht. Gestern habe ich Dietmar und Steffi ein sehr nettes Ehepaar aus Deutschland kennengelernt. Dietmar ist immer auf der Suche nach Bernstein. Auch heute morgen macht er sich auf, aber es wurde diesmal wieder nichts gefunden. Ich glaube, dass ist wie beim Schwammerl suchen, da muss man einen Riecher haben und die guten Plätze kennen.

Die Fahrt ist problemlos und so erreiche ich gegen 16 Uhr den vereinbarten Campingplatz in Nida. Anke und ich treffen dann auch punktgenau in der Anmeldung aufeinander.

Alle drei sind wir hungrig und nachdem wir auf dem engen Platz unsere Fahrzeuge reingezwängt haben (mich haben zwei litauische Männer bei umdrehen meines Autos auf dem engen Platz tatkräftig unterstützt), packen wir die Räder und radeln nach Nida. Zuerst einmal was essen, danach radeln wir durch den Ort, in dem ein Konzert am Hafen stattfindet und tausende Menschen unterwegs sind. Wir radeln weiter zum Thomas Mann Haus. Man kann sich gut vorstellen, wie hier der Schriftsteller gelebt hat, mit direktem Blick über das Haff. Mein Eindruck: Die Landschaft und die schön renovierten, bunten Holzhäuser sind wirklich wunderschön. Mir persönlich ist jedoch zu viel Tourismus hier. Wir lassen den Abend noch mit einem Spritzer Aperol vorm Womo ausklingen. Wir haben viel zu erzählen. Es ist ein Gefühl wie wenn kaum Zeit dazwischen vergangen sei. Morgen soll es weitergehen. Ich fahre mit ihnen nach Vilnius, mit einem Abstecher zum Mystischen Garten des Vilius Orvydas und einem Abstecher nach Trakai.

Thomas Mann kam 1929 das erste Mal nach Nida und war so begeistert, dass er sich ein Sommerhaus baute. Hier schrieb er Joseph und seine Brüder. 1933 musste er in die Schweiz emigrieren und das Haus wurde von Hermann Göring 1939 vereinnahmt und als Jagdhaus verwendet. In den 90er Jahren wurde das verfallene Gebäude restauriert und als Museum eingerichtet.

Sonntag 16. Juni 2019

Die Nacht war schrecklich. Vorm Schlafengehen schaue ich noch auf die Wetter App und sehe, dass es in der Nacht regnen wird. Also packe ich noch vorm Schlafen alles ins Auto, dann schlafe ich so gegen 1 Uhr morgens rasch ein. Um 2 Uhr wache ich durch lautes Geknalle auf. Nachdem die russische Grenze nur einige Kilometer weg ist hat man zuerst das Gefühl, dass die irgendwas in die Luft schießen. Letztendlich entpuppt sich dass jedoch als Feuerwerk, dass im Nationalpark, für dessen Naturschutz man ja 2o Euro Eintritt bezahlt hat, um 2 Uhr nachts abgefeuert wird. Kaum bin ich wieder eingeschlafen geht ein heftiges Gewitter los und die Kieferzapfen und die Regengüsse die auf irgendeine Plastikplane auftreffen machen einen Hollenlärm und ich kann wieder nicht schlafen. Deshalb wache ich doch erst später auf. Wir haben die Abfahrt für spätestens 9:30 festgelegt. Nach einem schnellen Frühstück laufe ich mit Shila noch zum Strand an der Nehrung. Es ist ein ziemlich langer Weg dorthin und als ich ankomme wieder ein Verbotsschild für Hunde. Es ist nicht meine Gegend, stelle ich fest.

Dann fahren wir noch zur Parnidder Düne hoch.

Dann fahren wir nach Salantai zum mystischen Garten des Orvydas. Die Fahrt ist sehr schön durch die ländliche Gegend, typisch für lettische Dörfer sind die bunten Holzhäuser.

Der Garten entstand in den 60 er Jahren als die Sowjets (Präsident Chruschtschow) verordnete, dass alle christlichen Kreuze und Grabsteine von den Friedhöfen zu entfernen sind. Man brachte sie jedoch in den Garten des Steinmetzes Orvydas. Immer wieder versuchten sie Sowjets diesen Garten (ähnlich dem Berg der Kreuze) zu zerstören. Trotzdem wuchs auch er als Zeichen des Widerstandes immer weiter. Dies wird symbolisch durch den Panzer am Eingang des Gartens dargestellt.

Sein Sohn Vilius gab dem Garten seine heutige Form und gestaltete einen wirklich mystischen, verwilderten, aber dennoch gepflegten Garten. Überall lässt sich etwas entdecken. Heidnisches, christliches alles überdeckt vom betörendem Duft des blühenden Jasmins. Man muss eintauchen. Die Bilder sprechen für sich.

Als wir uns dem Ausgang nähern fängt es zu schütten an. Wir flüchten uns ins Womo und beschließen erstmals Mittag zu essen und Kaffee zu trinken. Dann Geht die Fahrt für 3,5 Stunden weiter nach Trakai.Im 14 Jhd. war dies die Hauptstadt und Sitz des Großfürsten von Litauen. Der deutsche Orden griff immer wieder an und damit war die Burg ein wichtiger Schutz. Erst nach der Schlacht von Tannenberg (1410) und dem Sieg über die Ordensritter verlor sie ihre militärische Bedeutung. Die Burg ist wunderschön in der Abendsonne.

Dann geht die Fahrt weiter nach Vilnius. Wir werden die Nacht auf einem Parkplatz am Rande der Altstadt verbringen. Und nachdem wir hungrig sind, machen wir uns bald auf. Im besten Hotel am Platz finden wir auf der Terrasse noch einen Platz und genießen die sehr zuvorkommende Bedienung und das hervorragende Essen. Ich probieren eine typischen Rote Beete-Birnen Salat und gefüllte Kartoffelknödel. Dann spazieren wir noch durch die lebende, wunderschön beleuchtete und belebte Stadt.

Montag 17. 6. 2019

Heute wird erst mal ausgeschlafen. Die Nacht war wunderbar ruhig. Das Wetter ist bewölkt aber wir wollen den Vormittag nochmals in Vilinius verbringen. Diesmal schauen wir uns die „Freie Republik Uzupis“ nochmals bei Tageslicht an.

Recherche aus Wikipedia

Užupis ist mit ca. 0,6 km² ein kleiner und abgeschlossener Stadtteil. Der Name bedeutet „jenseits des Flusses“ Der Stadtteil wurde früher mehrheitlich von Juden bewohnt. Ein großer Teil der ursprünglichen Bevölkerung kam während des Holocausts um, der jüdische Friedhof wurde von den Sowjets zerstört. Die leerstehenden Häuser wurden von Kriminellen, Obdachlosen und Prostituierten besetzt. Vor der litauischen Unabhängigkeitserklärung 1990 war der Stadtteil einer der vernachlässigsten der Stadt, viele Häuser hatten weder Strom noch sanitäre Anlagen. In den 1990er Jahren hat sich der Stadtteil grundlegend geändert. Aus dem Viertel ist ein begehrtes Wohnquartier für die städtischen Künstler geworden. Hier gibt es zahlreiche Kunstgalerien, Workshops und Cafés. Infolge des Aufkaufs vieler Häuser durch Investoren und des Zuzugs von Geschäftsleuten und Künstlern wurden die Bewohner von Užupis, darunter viele Arbeiter, Inhaber kleiner Läden und andere „einfache Leute“, aus ihrem Viertel verdrängt.[1] Užupis wurde zu einem Szeneviertel und einem Touristenziel, in dem der Prozess der Gentrifizierung vollendet ist. Einige Bewohner riefen als Kunstaktion die unabhängige Republik Užupis aus, die über eine Verfassung, eine Flagge und einen Präsidenten verfügt. Die zwölf Mann starke Armee wurde mittlerweile wieder aufgelöst, weil Užupis sich in seiner Verfassung als weltweit einziges Land zu einem völligen Gewaltverzicht verpflichtet hat. Trotz der fehlenden völkerrechtlichen Anerkennung wird die Republik Užupis immer häufiger von ausländischen Staatsvertretern besucht. Das Parlamentsgebäude ist das Café Užupio Kavinė („Café von Užupis“), dort ist auf einer Bronzetafel die Verfassung niedergelegt worden. Die folgende Übersetzung entspricht der Tafel, wie sie an der Paupio Gatve veröffentlicht ist:

Wikipedia
  1. Jeder Mensch hat das Recht, am Fluss Vilnia zu leben, und der Fluss Vilnia hat das Recht, an jedem vorbei zu fließen.
  2. Jeder Mensch hat das Recht auf heißes Wasser, Heizung im Winter und ein Ziegeldach.
  3. Jeder Mensch hat das Recht zu sterben, ist jedoch hierzu nicht verpflichtet.
  4. Jeder Mensch hat das Recht, sich zu irren.
  5. Jeder Mensch hat das Recht, einzigartig zu sein.
  6. Jeder Mensch hat das Recht zu lieben.
  7. Jeder Mensch hat das Recht, nicht geliebt zu werden, jedoch nicht unbedingt.
  8. Jeder Mensch hat das Recht, weder berühmt noch bekannt zu sein.
  9. Jeder Mensch hat das Recht, zu faulenzen oder nichts zu tun.
  10. Jeder Mensch hat das Recht, eine Katze zu lieben und für sie zu sorgen.
  11. Jeder Mensch hat das Recht, für seinen Hund zu sorgen, bis einer von beiden stirbt.
  12. Ein Hund hat das Recht, Hund zu sein.
  13. Eine Katze ist nicht verpflichtet, ihren Hausherrn zu lieben, aber in schweren Momenten muss sie ihm beistehen.
  14. Jeder Mensch das Recht, manchmal nicht zu wissen, ob er Verpflichtungen hat.
  15. Jeder Mensch hat das Recht zu zweifeln, ist jedoch hierzu nicht verpflichtet.
  16. Jeder Mensch hat das Recht glücklich zu sein.
  17. Jeder Mensch hat das Recht unglücklich zu sein.
  18. Jeder Mensch hat das Recht zu schweigen.
  19. Jeder Mensch hat das Recht zu glauben.
  20. Kein Mensch hat das Recht, Gewalt auszuüben.
  21. Jeder Mensch hat das Recht, seine Nichtigkeit und seine Größe zu begreifen.
  22. Niemand hat das Recht, nach der Ewigkeit zu trachten.
  23. Jeder Mensch hat das Recht zu verstehen.
  24. Jeder Mensch hat das Recht, nichts zu verstehen.
  25. Jeder Mensch hat das Recht, verschiedenen Nationalitäten anzugehören.
  26. Jeder Mensch hat das Recht, seinen Geburtstag zu feiern oder nicht zu feiern.
  27. Jeder Mensch ist verpflichtet, sich an seinen Namen zu erinnern.
  28. Jeder Mensch darf mit anderen teilen, was er hat.
  29. Kein Mensch kann mit anderen teilen, was er nicht hat.
  30. Jeder Mensch hat das Recht auf Geschwister und Eltern.
  31. Jeder Mensch darf frei sein.
  32. Jeder Mensch ist für seine Freiheit verantwortlich.
  33. Jeder Mensch hat das Recht zu weinen.
  34. Jeder Mensch hat das Recht, unverstanden zu bleiben.
  35. Kein Mensch hat das Recht, einen anderen schuldig zu machen.
  36. Jeder hat das Recht auf Persönlichkeit.
  37. Jeder Mensch hat das Recht, keine Rechte zu haben.
  38. Jeder Mensch hat das Recht, keine Angst zu haben
  39. Besiege nicht
  40. Wehre dich nicht
  41. Gib nicht auf

Am 1. April 2002 wurde auf dem Hauptplatz des Viertels ein Denkmal enthüllt, das zu einem neuen Symbol von Užupis geworden ist. Die Skulptur stellt einen Engel dar, der Trompete spielend die Erneuerung und die künstlerische Freiheit des Stadtteils symbolisiert.

Wir schlendern nich gemütlich durch die Stadt, auf die Burg, genießen ein hervorragendes Eis in einer Schokoladeria (dort gibt es drinnen ein Zimmer ganz aus Schokolade) und kaufen ein paar Mitbringsel ein. Schweren Herzens verabschieden wir uns voneinander. Meine Reise geht weiter Richtung Norden. Anke und Steffen fahren in die Masuren. Aber wir planen schon mal eine gemeinsame Reise.

Es beginnt zu regnen. Ich möchte noch an einen lettischen See nach Am Weg besuche ich noch den geographischen Mittelpunkt Europas. Am Weg dorthin gerate ich an einen ziemlich spektakulären Unfall. Ein Reisebus liegt im Straßengraben.

Abends um 21 Uhr komme ich am Campingplatz an und werde von der Tochter des Hauses herzlich und zuvorkommend begrüßt. Es gibt eine Stechmückeninvasion aber sonst ist der Platz zauberhaft. Es ist aber auch durch den Regen ziemlich feucht. Es nieselt zwischendurch immer noch leicht aber es ist warm.

Dienstag 18. 6. 2019

Heute schiebe ich einen Relaxtag zum putzen, wäschewaschen, Baden, lesen und Reise weiter planen ein. Es ist ein wunderbarer Platz zum entspannen. Ich habe ausgesprochen nette, aufgeschlossene und spannende Nachbaren. Ich erhalte sehr gute und brauchbare Tips zu Apps die auf einer Reise nützlich sein können. Es ist toll wie viel neue Anregungen man unterwegs so bekommt.

Abends sitzen ich noch mit meinen bayrischen Nachbarn zusammen, plaudern und genießen das spezielle Licht des Nordens. Etwas entfernt sitzt ein Gruppe am Lagerfeuer zusammen, die mit Allradfahrzeugen durch Russland fahren werden.

Das Foto ist um 23:30 aufgenommen.

Mittwoch 19.6. 2019

Schweren Herzens verabschiede ich mich von diesem herrlichen Platz. Morgens gehe ich noch mal im See baden und bis ich gefrühstückt und zusammengepackt habe ist es wieder kurz vor 11 Uhr.

Heute soll es in den Suur Taeveskoja Nationalpark gehen. Die ersten 1,5 Stunden holpere ich über nicht asphaltierte Waschbrett-Rumpelpisten mit 20 km/h. Dann geht es etwas zügiger auf asphaltierten Nebenstrassen weiter. Über 300 km ziehen sich in die Länge. Es ist heiß aber im klimatisiertem Auto ganz angenehm. Ich genieße das Vorbeiziehen der Landschaft, sehr viel Natur und dazwischen kleine Bauernhäuser. Der erste Rast-Badeplatz wird wieder verworfen. Er ist zugeparkt von einer Gruppe Jugendlicher. Da fühle ich mich nicht so wohl. Am zweiten koche ich mir nur mein Mittagessen. Auch da sind zu viele Leute mit Kindern am Badestrand. Da kann ich mit Hund nicht hin.

In Taevaskoja hat die Touristeninfo bereits zu. Ich hatte vor mit dem Kanu zu den roten Felsen zu paddeln, aber ich finde keinen vernünftigen Zugang. Auch meine Wanderung beende ich nach einer Stunde wieder, es ist zu heiß. Außerdem bin ich nach 7 Stunden Fahren müde. Am Parkplatz darf man mittlerweile nicht mehr übernachten, deshalb fahre ich zu dem Campingplatz in der Nähe. Ich bin das 3. Fahrzeug, werde aber herzlich empfangen und so genieße ich einen gemütlichen Abend bei einem Aperol und plaudere per WathsApp mit meiner Tochter Hannah.

Donnerstag 20. 6. 2019

Nach dem Frühstück fahre ich nach Tartu. Es ist die zweitgrößte Stadt Estlands. Eine junge Universitätsstadt. Der anvisierte Parkplatz ist voll aber ich finde eine Parkmöglichkeit in der Kurzparkzohne. Eine Stunde ist eh ausreichend. In 5 Minuten bin ich im Stadtzentrum und schlendere ein wenig herum Auffallend sind die vielen schön gekleideten Menschen mit Blumensträußen in der Hand. An der Universität dürfte ein Abschluss gefeiert werden. Das erklärt das ganze.

Danach fahre ich an den Peipus-See nach Kallaste. Dort kann man scheinbar an den roten Felsen baden und ich beschließe die Mittagsrast dort zu machen. In einem kleinen Dorf ist der Zugang zum Strand. Leider ist auch hier das Baden von Hunden verboten. Wir setzen uns ans Ufer auf einen Stein, verspeisen die Mittagsjause und genießen das Panorama. Ich mag auch nicht reingehen, da es sehr seicht ist (ich müsste zum Schwimmen weit hineingehen) und ich Shila nicht so lange alleine am Strand lassen möchte.

Nachdem wir keinen Schatten haben brechen wir wieder auf und setzen die Fahrt ans Meer fort. Kaberneeme am finnischen Meerbusen ist mein Ziel. Genau gegenüber (über dem Meer) liegt Helsinki. Um kurz nach 15 Uhr komme ich an. Es gibt einen netten Parkplatz, hier darf man übernachten, es stehen auch schon einige andere Momo hier. Und nur ein paar Schritte über eine kleine Strasse ist der Zugang zum Meer. Den Nachmittag verbringen wir dann dort. Abends mache ich noch eine kleine Runde mit Shila, und entdecke etwas dahinter noch einen kleinen Teich. Auch hier stehen Zelte und zwei Womo.

Freitag 21. 6. 2019

Heute ist Sommersonnenwende. Gestern bin ich am höchsten Punkt angekommen ca. 3500 km bin ich jetzt unterwegs. Ich bin hundemüde. Als es um 22 Uhr zu regnen beginnt bin ich froh mich in Womo zurückziehen zu können und obwohl es noch hell ist versuche ich zu schlafen. Das gelingt mir dann auch und dich schlafe durch bis 9:30 morgens. Es ist wieder heiß. Ich frühstücke gemütlich. Das Brot das ich am Vortag gekauft hab, hat vermutlich Preiselbeeren intus und schmeckt leicht süß. Aber mit meiner Himbeermarmelade schmeckt es ganz gut. Dann verziehe ich mich an den Strand. Mit Liege und Buch. Shila hat ein Schattenplätzchen gefunden und immer wieder schaufelt sie den warmen Sand weg um darunter den kühlen für ihren Liegeplatz zu nützen. Kluges Fräulein Shila. Das Meer ist herrlich kühl, geschätzte 19 Grad, aber eben angenehm zum Abkühlen. Gegen 14 Uhr packe ich zusammen und koche mir noch ein Mittagessen. Mit meinem Omnia Backofen mache ich mir ein überbackenes Gratin. Schmeckt vorzüglich. Langsam habe ich es heraußen wie das Ding funkioniert. Meinen letzten Versuch, mit dem Omnia ein Brot zu backen, ist leider schief gegangen. Das außen verkohlte Ding und innen noch roh war leider nicht genießbar. Um 15 Uhr fahre ich dann los Richtung Tallinn.

Ich fahre durch den Freitag nachmittag Verkehr und finde den anvisierten Parkplatz am Hafen. Er liegt im Kalamaja Viertel, heute das Multikulti Künstlerviertel. Dort steht (mittlerweile renoviert und als Kunsthaus genutzt) die Fabrik in dem Tarkovski´s Kultfilm „Stalker“ gedreht wurde. Zwei Euro für 24 Stunden Parkzeit ist ok. Ich spaziere los. In 20 min erreiche ich die Altstadt. Es sind viele Menschen unterwegs. Ich wandere durch die Gassen, bestaune die schönen Häuser der alten Hansestadt, alles ist irgendwie auf Mittelalter getrimmt. Wir erklimmen den Domberg und bestaunen die schöne orthodoxe Kirche. Dann finde ich endlich einen netten Stand wo es auch ein Eis gibt. Und frische Mini Pancakes mit Himbeeren und Sahne und viel Zucker. Eine Kalorien und Zuckerbombe, aber was soll´s es schmeckt. Die Verkäuferin fragt mich ob ich von hier sei, nein ich bin aus Österreich, sie schaut auf Shila, ist es problematisch mit dem Hund zu reisen (sie meint zu fliegen), nein ich sei mit dem Auto hier, sie lacht und findet das toll. Shila ist heute nicht sehr motiviert. Ich muss sie immer wieder antreiben. Auch mir ist es irgendwie too hot, too busy und too much Asien. Nach drei Stunden machen wir uns auf den Weg zurück zum Womo. Es steht in der Hitze auf einem Schotterparkplatz. Obwohl man hier sicher gut übernachten kann, entschließe ich mich noch heute abend Richtung Süden zu fahren. Die Sonne geht erst gegen 23 Uhr unter und so erreiche ich noch bei Tageslicht den Campingplatz bei Kabli. Wieder etwas Strom und richtige Duschen zum Haare waschen sind durchaus wieder mal angenehm.