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Spanien

Camino del Rey

Am Montag breche ich mit einem traurigem Auge auf um zĂŒgig meinen Heimweg anzutreten. Auf direktem Weg sind es knapp 3000 km Bus nach Hause. đŸ˜…. Zuerst geht es ĂŒber eine wunderbare Landschaft gemĂŒtlich nach Ronda. Diese Stadt hat fĂŒr mich etwas besonderes und so möchte ich zumindest Halt fĂŒr einen kurzen Spaziergang machen. Ich parke bei den römischen BĂ€dern und spaziere mit den Hunden hoch in die Stadt. Vor zwei Jahren habe ich hier ein SchuhgeschĂ€ft entdeckt dass ich fast leergekauft hĂ€tte (drei Paare) und ich versuche es wieder zu finden. Schade es existiert nicht mehr. Aber wenn Frau sich eingebildet hat in Ronda Schuhe zu kaufen, kauft sie such welche. đŸ™ˆ ein paar neue Schuhe wandern in meinen Rucksack. Da ich vor zwei Jahren gemeinsam mit Susanne die Stadt schon mal besichtigt habe kann ich entspannt durch die Gassen schlendern. Ein Schinken Sandwich und ein Eis genießen. In Ronda gibt es auch einen Lidl wo ich meine VorrĂ€te auffĂŒlle bevor ich gemĂŒtlich Richtung Ardales weiterfahre.

In der NĂ€he de Carmenito an einen der Stauseen finde ich einen schönen Übernachtungsplatz. Neben mir steht noch ein Franzose. Ich besichtige zu Fuß auch noch den Platz weiter unten (dieser wurde mir empfohlen), plaudere mit einem schwedischen PĂ€rchen die dort auch erst vor einigen Stunden angekommen sind. Sie haben den einzigen halbwegs ebenen Platz. Da ich nicht gerne schief schlafe und oben auch noch einen besseren Handyempfang fĂŒr meine abendlichen Termine habe entscheide ich mich oben zu bleiben. Man hat dort auch noch einen tollen Blick auf den See.

Irritiert bin ich dann etwas als der Franzose gegen 19:30 plötzlich zusammenpackt und wegfĂ€hrt und kurz darauf auch die Schweden und ein weiteres womo zufĂ€hrt aber am Stand umdreht und auch wieder wegfĂ€hrt. Ich grĂŒble was diese Flucht bedeutet kann aber nichts finden und beschließe mich dieser eigenartigen Flucht nicht anzuschließen. Die Nacht ist ruhig und der Morgen empfĂ€ngt mich mit einem herrlichem Sonnenaufgang ĂŒber dem See. 

Nach dem FrĂŒhstĂŒck fahre ich zum Carmenito. Der Parkplatz ist voll. Ich finde aber gleich nach dem kleinen Tunnel rechts eine Parkmöglichkeit. Ich bin die Einzige und ĂŒberleg noch ob ich hier ĂŒberhaupt parken darf. Als ich nach der Wanderung zurĂŒckkomme bin ich restlos zugeparkt. Nachdem ich aber eh mit Fladen Hunden gehe fĂ€hrt in. Der Zwischenzeit das Auto vor mir weg und kann wieder entspannt ausparken. Liebe GrĂŒsse Ilse

Um 10:00 verlasse ich das Auto und mache mich tu Fuß auf den Weg. Von der Straße geht man nochmals 2 km bis zum Ticket schaltet. Ich weiß nicht ob es noch Karten gibt. 50 sollten jeden Tag frei verkauft werden. Online zu reservieren habe ich nicht geschafft. Und ja es klappt ich bekomme eine Karte und einen Helm. Und dann geht es wagemutig mit meiner leichten Höhenangst im GebĂ€ck diesen unglaublichen Wanderweg. Er ist jeden Cent wert. SpektakulĂ€r und mit Recht das Highlight der Region. Über gut gesicherte Wege geht es durch die Schlucht und zuletzt ĂŒber eine HĂ€ngebrĂŒcke. Ich merke dass ich in Bewegung mit der Höhenangst gut umgehen kann nur Stehen und lĂ€ngeres verweilen ist nicht angenehm. Deshalb gehe ich den Carmino recht zĂŒgig. Um 11:45 erreiche ich den Ausgang. Um 12:00 geht der Shuttlebus vom 500 m entfernten Bahnhof wieder zurĂŒck zum Einstieg. Ich erreiche ihn noch rechtzeitig und bin wirklich um 12:15 wieder am Parkplatz. 
Auf Fotos kann man die EindrĂŒcke nur sehr bedingt bannen. Das muss man wirklich live erleben.

Camino del Rey (‚Königspfad‘), war bis 2015 ein drei Kilometer langer Klettersteig und ist heute ein gut gesicherter Wanderweg in der Provinz MĂĄlaga. Er fĂŒhrt in etwa 100 Meter Höhe entlang steiler WĂ€nde durch zwei bis zu 200 Meter tiefe schmale Schluchten. Er war lange Zeit verfallen und gesperrt und wurde in dieser Zeit in den Medien als der gefĂ€hrlichste Weg der Welt bezeichnet.2015 wurde er wieder fĂŒr die Öffentlichkeit freigegeben.

Der Caminito wurde ursprĂŒnglich gebaut, um in dem Ă€ußerst unwegsamen GelĂ€nde entlang der Desfiladero de los Gaitanes (Hohlweg der Bartgeier) genannten Kluft das Baumaterial fĂŒr Kraftwerke zu transportieren und die Anlage zu unterhalten. Im Jahre 1901 begannen die Arbeiten, zunĂ€chst fĂŒr einen Pfad auf Planken. 1905 war er fertig. Nach und nach wurde der Weg mit Beton und Eisenarmierungen befestigt. Als das Gesamtprojekt fertig war, kam König Alfons XIII. am 21. Mai 1921 zur Einweihung und ĂŒberschritt die BrĂŒcke ĂŒber die Garganta del Chorro. Daraufhin erhielt der Weg seinen Namen. Die Bewohner der Nachbardörfer nutzten fortan den Weg tagtĂ€glich: die Kinder als Schulweg, die MĂ€nner zur ArbeitsstĂ€tte, die Frauen bei EinkĂ€ufen. Nachts war der Caminito beleuchtet, Reste der Laternen sind noch heute zu finden. Durch WitterungseinflĂŒsse und wegen des weichen Sandsteins verfiel der Weg, an manchen Stellen fehlten die Betonplatten und nur noch rostige StahltrĂ€ger blieben ĂŒbrig. Zur Begehung waren absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gehobene Klettersteig-Kenntnisse notwendig. Wegen mehrere TodesfĂ€lle wurde 2001 den Weg gesperrt und baute Anfang und Ende abgebaut. Parallel zu den Schluchten befindet sich eine Eisenbahnlinie, die durch Tunnel durch das Massiv verlĂ€uft. 

Der neue, gesicherte Wanderweg, Kostenpunkt 4,5 Mio. € , verlĂ€uft etwa 2 Meter oberhalb des alten Steges, der fĂŒr seine Errichtung verwendet wurde. Die Eröffnung fand am 28. MĂ€rz 2015 statt.

Hier sieht man dem neuen Pfad ĂŒber dem alten.

Dann geht es mit den Hunden fĂŒr eine Stunde noch bergauf auf eine Aussichtsplattform.

Dann geht es weiter Richtung Norden nach Puerto Garrucha. (nördlich von AlmerĂ­a). Dort werde ich Sabine treffen und am Hafen ĂŒbernachten. Aber davor gibt es noch einen Strandspaziergang mit den Hunden und eine Drink und Tapas mit Sabine und co in einer Strandbar.

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