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Dänemark

Dänemark August 2017

Nachdem meine Tochter nach Dänemark ausgewandert ist wollte ich diesen Hygge-liegen Inselstaat einmal kennenlernen. Geplant war, dass ein paar Tage meine Kinder mitreisen werden.

31. Juli 2018 Fahrt nach Dänemark über die  Insel Romo nach Ribe.

Es ging weiter nach Dänemark. Ich hatte gelesen, dass es man in Dänemark mit dem Auto auf den Strand fahren konnte. Diese Möglichkeit bot schon die Insel Romo. Ein wenig Nordseeluft schnuppern und mit dem Hund am Strand spazieren war der Plan. Die Anfahrt über die schmale Landzunge war schon einmal beeindruckend. Als ich das erste Mal auf den Sand gefahren bin hatte ich ein mulmiges Gefühl. Aber es standen ja mehrere Wägen und auch große Wohnmobile dort. Leider war der Spaziergang nur kurz den plötzlich zog eine Sturmfront auf und ich zog es vor möglichst rasch den Sand wieder zu verlassen. Ich wusste ja nicht wie sich der verhält wenn es einen starken Regen gibt. Also fuhr ich weiter Richtung Ribe. Kurz davor gab es ein Wickingermuseum. Ich hatte mir ein Haus vorgestellt aber gleich nach dem Eingang und der Kassa ging es wieder ins Freie. Die Sonne kam glücklicherweise wieder heraus. Das Museum stellte sich als Wickingerdorf mit Langhäusern, Hafen und Marktplatz dar. Echte Menschen stellen sich zur Verfügung um ganze Wochenenden dort zu leben und zu arbeiten. So schlendert man durch das Dorf und schaut den Dorfbewohnern über die Schulter. Auch eine Falknervorführung und ein Kampf waren zu sehen. Es war schon beeindruckend so in die Geschichte einzutauchen. Der Campingplatz in Ribe lag an einem Fischteich. Am Abend machten wir dann einen Spaziergang in die scheinbar hyggelig´ste (beschaulichste) Stadt Dänemarks.

1. August 2018  Fahrt über Esbjerg nach Vejers Strand

Heute wollte ich auf der Fahrt an einen sehr schönen Nordseestrand noch in Esjberg die „Männer am Meer“ sehen. Es sind neun Meter hohe Skulpturen aus weißem Beton 1994 hergestellt vom Bildhauer Svend Wiig Hansen. Vom Meer aus kann man sie schon aus 10 km Entfernung sehen. Sie sind in Größe und Haltung der des Ramses in Abu Simbel nachempfunden und wurden mittlerweile zum Wahrzeichen der Stadt. Mittags traf ich auf einen sehr netten Campingplatz ein. Ich hatte vor einen Ritt am Nordseestrand zu machen. Das war hier möglich. Shila musste im Bus bleiben. Ich wollte einmal ganz unbeschwert über den Strand fetzen. Die Pferde befanden sich auf einer großen Weide in einem provisorischem Unterstand. Das ganz war nicht wirklich professionell aber dafür für unsere Verhältnisse teuer. 50 Euro für 1 1/4 Stunden. Aber was Solls. Geführt hat uns ein Jungens Mädchen. Die Pferde hatten aber sichtlich Spaß und waren auch kaum zu halten. Der Weg über die Dünen war sehr schön und als wir den Strand erreicht haben spürte ich schon die Lust aufs Rennen unter mir. Der Strand ist breit und der Sand   kompakt sodass wirklich ein Wettrennen nebeneinander möglich war. Leider war nicht jede Mitreiterin konditionell ausreichend trainiert dafür. Aber ich hatte sehr viel Spaß dabei.

2. August 2018  Vormittag am Vejers Strand – Weiterfahrt nach Sondervig (Ringköbing)

Am Vormittag wollte ich noch den herrlichen Strand von Vejers genießen, ein bisschen Relaxen, lesen und mit Shila spazieren. Auch hier konnte man wieder mit dem Auto an den Strand fahren. Als ich ankam waren wir noch ziemlich alleine. Es ist ein tolles Gefühl  mitten in diese endlose Weite zu fahren. Zum Relexen braucht man aber ein windgeschütztes Plätzchen. Also das Auto als Windschutz einsetzen. Mittags noch etwas im Bus gekocht und dann gehts weiter nach Sondervig. Jedes Jahr findet hier das Sandskulpturenfestival statt. Dieses Jahr zum Thema „Leben unter der Meeresoberfläche“ Die Skulpturen werden von internationalen Künstlern aus Tonnen von Sand geschaffen. Mystisches neben Kritischem. Wirklich extrem beeindruckend. Am Abend machen Shila und ich noch einen Strandspaziergang und genießen den atemberaubenden Sonnenuntergang. Am nächsten Tag soll es regnen.

3. August: Fahrt nach Mariager – über  Aalborg –  nach Lokken

In der Früh hat es geschüttet. Ein kurzer Hundespaziergang mit Regenmantel und Gummistiefel. Frühstück im Bus aber auch das ist irgendwie gemütlich. Ich disponiere um. Die Fahrt durch den Nationalpark streiche ich, dafür fahre ich ins Saltcenter nach Mariager. In dem Museum wird die Salzgewinnung dargestellt, man taucht im wahrsten Sinne des Wortes in die Welt des Salzes ein. Man kann nämlich in einem warmen Salzwasserbecken wie im toten Meer baden. Bei dem Wetter ist das besonders attraktiv. Also landete auch der Badeanzug in der Tasche. Im Shop gibt es alles rund um Salz zu kaufen und da schlage ich natürlich ordentlich zu. Mitbringsel die man essen kann sind immer die Besten.. Danach fahre ich weiter gegen Norden. Meine Tochter ist auf dem Weg mit dem Bus. Nach einem Telefonat vereinbaren wir, dass ich sie am Bahnhof in Aalborg abhole. Abends kommen wir, mittlerweile wieder bei trockenem Wetter in Lokken an. Der idyllische Ort ist berühmt für seine Sandstrand mit 485 weißen Badehäuschen.

4. August 2017: Besuch von Lokken und Fahrt über Rabjerg Mile (Wanderdüne) nach Skagen

Nach einem Morgenspaziergang, der Campingplatz liegt ganz idyllisch in den Dünen, und nach dem Frühstück besuchen wir Lokken. Dort kam gerader frischer Fisch mit dem Kutter herein und so haben wir einen Fisch fürs Abendessen erstanden. Danach packten wir zusammen und fahren Richtung Skagen. Auf dem Weg dorthin besuchen wir noch eine Bernsteinmanufaktur um dann die Wanderdüne Rabjerg Mile zu suchen. Man nennt sie auch die Sahara des Nordens. 40 m hoch türmt sich der Sand und erstreckt sich über 120 ha. Durch den Westwind bewegt sich die Düne 15 km jährlich Richtung Osten. In geschätzt 30 Jahren wird sie in der Ostsee verschwinden. Dabei nimmt sie auch auf Strassen, Bahnstrecken oder Gebäude keine Rücksicht. Das konnten wir an der versunkenen Kirche sehen. Am späten Nachmittag treffen wir in Skagen ein. Es ist der nördlichste Punkt Dänemarks. Hier gibt es die Landspitze Grenen wo die Nordsee und die Ostsee aufeinandertreffen. Ein wirklich magischer Ort. Wir fuhren mit dem Rad dorthin und wanderten in einer wunderbaren Abendstimmung zum Meer hinaus. Es ist faszinierend wie sich zwei Meer mit ihren Wellen genau an diese Ort brechen. Das Licht ist atemberaubend. Ich kann verstehen, dass hier viele Künstler gelebt und gemalt haben. Skagen galt so wie Worpswede auch als Künstlerkolonie. Berühmt ist das Bild von Kroyer „Sommerabend am Skagener Südstrand“ von ihm. Dieses erkennen meist auch Nichtkunstkenner. Abends kam dann noch mein Sohn mit seinem Freund. Sie sind direkt von Hamburg heraufgefahren und es wurde ein gemütlicher Abend.

5. August 2017 Fahrt von Skagen – Jerup Strand nach Aarhus

Die Burschen wollten nach dem Frühstück noch nach Grenen hinaus. Wir Frauen radelten nach Skagen um die Stadt noch etwas zu erkunden. Da wir um 12 Uhr auschecken mussten, fuhren wir an den Jerup Strand. zum Mittagessen. Vorher wurde noch eine Jause eingekauft.  Auch hier konnte man wieder mit dem Bus an den Strand fahren. Die Ostseestrände sind aber deutlich schmäler als die Nordseestrände. Wir saßen also mit Windjacke und Kapuze am Strand (der Wind ging wie immer), da kam ein Auto mit Norwegischem Kennzeichen an. Aus diesem stiegen 2 ältere Frauen und ein älterer Mann, rein in den Badeanzug und rein ins (saukalte) Wasser. Wir „Jungen“ beobachteten beeindruckt das Badevergnügen. Danach machten wir noch einen Abstecher nach Frederickshaven um dann Saby weiterzufahren. Dort soll es nach einer dänischen Freundin in Österreich ihr Lieblingsfischrestaurant geben mit herrlichem Fischbuffet. Ja und das war wirklich eine Fischorgie. Sowas haben wir alle noch nicht erlebet.  Kalte und warme Fischgerichte, Fischsuppen, Fisch und Meeresfrüchte Salate bis zum Hummer war alles dabei. Mit vollem Bauch fuhren wir weiter nach Aarhus. wo wir den Abend gemütlich bei einem Flascherl Wein ausklingen ließen.

6. August 2017 Besuch in Aarhus (Kulturhauptstadt 2017)

Nach einem Morgenspaziergang am Meer und einem ausgiebigen gemeinsamen Frühstück fuhren wir nach Aarhus. Zuerst tauchten wir in die Gammelby ein. Ein Art Freilichtmuseum welches städtisches Leben zeigte. Es gibt hier drei Zeitzonen. 1900, 1920 und 1970. Es sind ganze Stadtviertel die man besuchen kann, mit Wohnungen, Geschäften, Werkstätten usw. Auch hier sind wieder Menschen die in Originalkostümen arbeiten und leben. Besonders fasziniert haben uns die 70er Jahre. Für mich besonders spannend weil es wie ein zurück beamen in die Kindheit war. Viele ausgestellte Gegenstände kannte ich ja noch im Original. Danach sind die Burschen ins Rainbow Kunstmuseum und wir Frauen ins Museum for Emanzipation gegangen. Um 17 Uhr musste meine Tochter wieder zurück nach Kopenhagen. Diesmal mit dem Bus. Die Burschen und  haben uns noch ein ordentliches Abendessen gekocht. Morgen sollten sich dann auch unsere Wege wieder trennen.

6. August  Fahrt nach Jelling und dann weiter nach Odense

Nach dem Frühstück  fuhren wir weiter nach Jelling.. Hier gibt es den Runenstein zu sehen welcher auch als Geburtsurkunde Dänemarks bezeichnet wird. Gorm der Alte und seine Frau Thyra und sein Sohn Harald Blauzahn gründenden um 900 n. Chr. die Jellingdynastie. Sie errichteten die Steine und nannten Dänemark darauf erstmals namentlich. Daneben befinden sich zwei beeindruckende Hügelgräber. Aber besonders beeindruckt waren wir vom Museum. Diesen war erstens gratis und dann von beindruckender Qualität auf Basis modernster digitaler Animation. Danach fuhren wir noch zum Wikingerschiff. Nach einer kurzen Mittagsjause verabschiedeten wir uns. Die Burschen fuhren zurück nach Hamburg und ich nach Odense der Heimat von Hans Christian Andersen.

7. August 2017 Besuch der Stadt Odense 

Heute möchte ich mit dem Rad die 10 km nach Odense fahren. Glücklicherweise ist Shila schon etwas sicherer im Anhänger fahren, denn 10 km hin und 10 km retour schafft sie neben dem Rad nicht mehr. Die Strecke ist wunderschön zu fahren. In Odense tauchen wir erstmals in die Märchenwelt des H.C. Andersen ein. Danach schlendere ich durch die Straßen der Stadt und durchstöbere interessante Läden.

8. August 2017: Fahrt von Odense an den südlichsten Zipfel Dänemark – Bagenkop

Die Reise ging diesmal weiter an den südlichsten Zipfel Dänemarks nach Bagenkop auf der Insel Langeland. Auf der Fahrt dorthin machte ich einen Abstecher zum Wasserschloss Egeskov aus dem 16 Jhd. Es ist umgeben von einem prächtigen Park. Auch in diesen darf Shila mit hinein. Nur vor den Gebäuden in welchen sich verschiedene Museen befanden, musste sie warten. Man konnte Kleider des 16.-19 Jhd. bewundern, die Räumlichkeiten des Schlosses, eine Oldtimersammlung, einen ausrangierten österr. Draken aber auch so etwas bizarres wie eine Vampirgruft. Der Garten verzaubert auch seine wunderbare Gestaltung. In Rudkobing der Hauptstadt von Langeland haben wir uns nochmals die Füße vertreten und etwas eingekauft. Dann ging es über schmale Güterwege in den Süden. In Bagenkop am Campingplatz fand ich ein Schild vor: „Herzlich Willkommen, suchen sie sich einen Platz aus, der Campingwart wird sie später dort besuchen“. Das hat er jedoch erst am nächsten Morgen kurz vor der Abreise gemacht. Eine Hamburgerin informierte mich sehr nett über die Gegebenheiten vor Ort. Später stellte sich heraus, dass sie mit ihrer ganzen Familie, inkl. Bruder, Schwager, Eltern und Hauskatzen seit 30 Jahren hierherkommen. Ihr Freund arbeitet immer wieder im Ort. Der Bruder hatte ein Segelboot im Hafen und sie fuhren immer wieder zum Fischen raus. Den Nachmittag verbrachte ich am Strand. Abends nahmen mich die Hamburger zum Hafen mit. Es gab Livemusik und süßen Haselnussschnaps. Als es kühler wurde übersiedelten wir zu einer Bailysorgie in eines Ihrer Vorzelte. Am nächsten Morgen hatte ich einen verpickten Magen.

10. August 2017 Fahrt nach Kopenhagen

Heute geht zu meiner Tochter nach Kopenhagen. Sie lebt mit ihrem Mann etwas außerhalb in einem kleinem Dorf am Land. Vor der Abfahrt versuche ich die feuchtfröhliche Nacht mit einem kühlen Bad in der Ostsee aufzufrischen. 18 Grad Wassertemperatur, aber einmal auf der ganzen Reise war auch ich im Wasser. Am Nachmittag kamen wir an und wurden sofort vom Haus- und Hofhund begrüßt. Der Abend klang mit einem gemütlichem Abendessen aus.

11. August 2017 Ausflug nach Kopenhagen

Heute hatten wir Kopenhagen am Plan. Mit dem Rad zur S-Bahn, umsteigen in die U-Bahn. Alles mit Hund und Rad war völlig relaxt. So können öffentliche Verkehrsmittel funktionieren. Am Bahnsteig gibt es eine Markierung für Radfahrer, der Zug fährt ein, der Radwagon bleibt direkt vor einem stehen, die Türen öffnen sich, man schiebt das Rad hinein in eine Radständer, daneben befinden sich Klappsitze. Das gleiche in der U-Bahn. Ausstieg, rauf aufs Rad und schon geht’s los. Dank meiner Tochter kann ich ganz entspannt hinter ihr herradeln. Sie kennt sich aus in der Stadt. Shila läuft problemlos an der Leine mit. Dank 10 Jahre Wanderreiten (auch oft an der Leine) sind wir gut koordiniert, trotz einem regen Verkehr auf den Radwegen. Zuerst machten wir eine Schifffahrt um vom Wasser aus die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Kopenhagens zu sehen. Danach gingen wir essen in eine Lagerhalle, die vollgestopft war mit improvisierten Essbuden aus aller Welt. Gerüche und Gewürze und die Vitrinen waren eine Fest für alle Sinne. Danach radelten wir zur Kleinen Meerjungfrau. Die hatte ich bei meinem ersten Besuch vor einigen Jahren nicht gesehen, da sie nach Asien verliehen war. Am Nachmittag fuhren wir nach Christiana (eine autonome Stadt – die aus einer Hausbesetzung entstanden ist) Sie wird in Dänemark mittlerweile toleriert obwohl es sehr schräg ist wenn man auf dem dortigen Marktplatz durchradelt und an den Ständen gibt es von der Hanfpflanze bis zum fertig gedrehtem Joint alles zu kaufen. Nur fotografieren ist verboten. Aber viele Häuser liegen wunderschön am Wasser und es leben Familien mit Kindern dort. Alles ein wenig alternativ, manchmal verwunschen, manchmal verwahrlost. Der Boden dort (mitten in der Stadt Kopenhagen) muss ein Vermögen wert sein und irgendwie ist es schön, dass es sich die Stadt leistet so etwas unkonventionelles zu bewahren anstatt es irgendwelchen Immobilienhaien anzubieten. Zum Abschluss fuhren wir noch am Königspalast vorbei.

PS. Sehr nett fand ich die Abfallbehälter. In Dänemark gibt es auf alle Plastikflaschen und Dosen Pfand. Wenn man sie nicht zurückbringen möchte kann man diese an der Außenseite in die Halterungen stellen. Damit müssen Obdachlose nicht im Müll wühlen um die Flaschen einzulösen.

12. August 2017

Heute möchten wir nochmals nach Kopenhagen. Zuerst in ein typisches dänisches Designgeschäft, einen Friedhof, wir schlenderten durch die Stroget die Fußgängerzone und Einkaufsstrasse von Kopenhagen. Radeln zu einem Friedhof. Eigentlich wollten wir ins Tivoli aber da dürfen Hunde nicht hinein. Also verschieben wir es auf den nächsten Tag. Am Nachhauseweg kaufen wir noch Muscheln. Mein Schwiegersohn hat versprochen für die ganze Familie (seinen Bruder mit Frau und Kindern und seine Eltern) zu kochen.

13. August: Radelausflug zu einem Vogelparadies

Nachmittags Besuch des Tivolis. Diesmal mit dem Auto und ohne Hund.

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