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Niederlande

GIETHOORN


Weiter geht es in Richtung Norden. Fürs Frühstück radle ich noch mit Aimy in die nahe gelegene Bäckerei.
Um kurz nach neun bin ich startklar. Deshalb komme ich schon mittags in der Marina in Giethoorn an und bekomme einen Platz in der ersten Reihe mit Blick auf den Hafen

. Dann tauche ich in das zauberhafte Städtchen ein und genieße die Fahrt mit einem Boot durch die Kanäle. Hier fahre ich auch warum das Wasser so dunkel ist. Hier wurde vor früher Torf abgebaut.


Am Nachmittag radle ich dann Richtung Bovenwijde. Hier merkt man stärker, wie dieses Dorf ursprünglich funktioniert hat. Vorbei an Hausbooten und wunderschönen Reet gedeckten Häusern. Es hat eine ganz besondere Stimmung mit den vielen Kanälen.

Giethoorn entstand vermutlich im 13. Jahrhundert, als Flüchtlinge aus dem Mittelmeerraum nach Sturmfluten und Überschwemmungen in die gegen kamen.

  • Der Name kommt vermutlich von Ziegenhörnern: Die ersten Siedler fanden viele Ziegenhörner im Moor – wahrscheinlich Überreste einer Sturmflut. Aus „Geytenhorn“ entwickelte sich später Giethoorn.
  • Torfabbau formte die Landschaft: Über Jahrhunderte gruben die Bewohner Torf als Brennstoff aus. Dadurch entstanden Gruben und Wasserflächen, die sich mit Wasser füllten – so entstanden die heutigen Kanäle und Seen.
  • Darum gibt es so viele Wasserwege: Die Kanäle wurden nicht als Touristenattraktion gebaut, sondern waren die Straßen des Dorfes. Menschen transportierten Torf, Vieh und Waren mit flachen Booten.
  • 176 Brücken verbinden die Inseln: Viele Häuser stehen auf kleinen Inseln oder Landzungen. Früher war das praktisch – heute macht genau das den besonderen Charakter aus.
    *Der Name „Venedig des Nordens“ ist eigentlich neu: Der große Tourismusboom begann erst nach dem Film Fanfare aus 1958, der das Dorf international bekannt machte.
  • Die traditionellen Bauernhäuser mit den reetgedeckten Dächern – viele stammen aus Zeiten, als Landwirtschaft und Torfabbau zusammengehörten. Die langen Dächer boten Platz für Menschen, Tiere und Heu unter einem Dach.

Wenn du jetzt schon dort warst: Der Bereich rund um die touristische Hauptgracht ist nur ein kleiner Teil. Besonders schön und ruhiger sind die Wege – dort merkt man stärker, wie dieses Dorf ursprünglich funktioniert hat.

Und ein kleiner Fun Fact für den Reiseblog: In den älteren Dorfteilen gab es lange kaum Straßen – viele Häuser waren nur per Boot erreichbar. Das war keine Romantik, sondern Alltag.

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