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Italien

Padua

Nachdem es die ganze Nacht geschüttet hat, beginnt der Tag wieder freundlich. Heute geht es nach vier Nächten wieder weiter. Ich kaufe noch etwas Gemüse im Hofladen, dann geht es erst mal an den Strand. Die Sonne scheint schon wieder warm und wir laufen am menschenleeren Strand zum Hundestrand. Hier kann man in der Saison mit seinem Hund baden gehen. Es gibt einige bekannte Regeln wie Leinenpflicht und Gackerl wegräumen, aber auch andere, wie einen Sonnenschirm ⛱ für den Hund und ausreichend Trinkwasser.
Hier kann man durchaus eine angenehme Zeit mit den Hunden verbringen. Aimy entdeckt das jagen von Möven. Diese fliegen im Schwarm über den Boden und sie fetzt unter ihnen mit. Und sie ist richtig schnell.

Dann fahre ich nach Padua. Ich parke am Parcheggio Prato della Valle. Er wurde neu angelegt und es gibt einen separaten Bereich für womo. Und es ist reichlich Platz. Hab ich gar nicht erwartet und ich bin positiv überrascht. Die Nacht kostet 18 Euro und so beschließe ich da zu bleiben.
Die Hunde müssen heute im womo bleiben da ich einige Besichtigungen vor habe aber mit einigen leckeren Kaustangen sind die leicht zu überreden.


Mein erster Stop ist die Basilica di Sant’Antonio di Padova. Hier befindet sich das Grab des Heiligen und in einer andern Nische seine Zunge in einem Reliquien-Schrein. Die Kirche hat mir schon das letzte mal vor 25 Jahren als ich hier war gefallen und die ist wirklich schön.

Dann gehts ganz in den Norden zur Cappella degli Scrovegni. Auch hier habe ich Glück und bekomme raschen Eintritt in die geheiligten Hallen. Hier kann man Fresken aus dem 14. jhd. von Giotto bewundern. Dazu muss man vorher 15 min in einen Akklimatisierungsraum (währendessen wird ein Film gezeigt) dann kann man weiter 15 Min. die Kunstwerke bestaunen. Und ja sie sind sensationell. Im Internet hat jemand geschrieben „Die biblische Geschichte wird wie in Comics erzählt“. Da ist was wahres dran. Giotto arbeitet viel mit Farbe. Blau ist das Universum, rosa die Farbe der Freude, rot die Farbe der Liebe und weiß steht für das Göttliche. Spannend auch die Darstellung der Hölle. Erinnert sehr an die Beschreibungen von Dante.

Dann geht es zurück ins Zentrum zum Palazzo Bo. Hier befindet sich die alte Universität von Padua mit dem legendären „Teatro Anatomico“. Ein Seziersaal. Ganz unten hat der Anatom die Leiche seziert und von oben konnten die Studenten zusehen. Eigentlich habe ich mir das ganze viel größer vorgestellt, dabei ist es sehr eng. Es war auch schlecht belüftet und als Beleuchtung dienten Kerzen. Die ganze Prozedur konnte sich über Tage oder Wochen hinziehen, limitiert wurde er nur durch den Verwesungszustand der Leiche. Also ich bin froh, dass ich in Graz studieren konnte.

Hier hat übrigens Galileo Galilei gelehrt. Ich buche die nächstbeste Führung auf Italienisch und lese mich im Internet etwas ein. Die altehrwürdigen Räume verbreiten eine eigene Aura und man spürt den Geist des freien Denkens.

Sie ist eine der ältesten Universitäten Europas und nach Bologna und Modenadie drittälteste Universität Italiens. Alte Dokumente geben als Gründungsjahr 1222 anMan ging gegenüber den Studenten mit größter Toleranz vor, so auch in Religionsfragen und räumte den Dozenten die größtmögliche Lehrfreiheit ein, sodass die Universität mit Recht das verpflichtende Motto Universa universis Patavina libertas führen konnte

Als Nachfolger von Giuseppe Moletti auf dem Lehrstuhl ad mathematicam kam 1592 Galileo Galilei nach Padua. Er blieb dort achtzehn Jahre und veröffentlichte kurz vor dem Verlassen der Stadt die erste Reihe seiner großen astronomischen Entdeckungen, die die wahren Zusammenhänge unseres Universums ans Licht bringen sollte. In der Entstehung des naturwissenschaftlichen Denkens und in der Geschichte der Universität Padua nimmt Galileo einen entscheidenden Platz ein.

Zuletzt besichtigen wir noch eine Statue von

Elena Lucrezia Cornaro Piscopia italienische Philosophin

Sie erhielt am 25. Juni 1678 als weltweit erste Frau einen Doktortitel.

Natürlich muss ich anschließend ins berühmte Caffè Pedrocchi. Den speziellen Kaffee dort probieren und die dazugehörige Torte. In dem Café wurde Geschichte geschrieben.

Erbaut wurde das Caffè Pedrocchi 1839 von Antonio Pedrocchi, der das Kaffeehaus seines Vaters in neuem Stil weiterführen wollte. Pedrocchi baute sein Café bewusst nahe der Universität und so wurde es schon früh zum Treffpunkt von Intellektuellen, Akademikern und Studenten in Padua. Die revolutionären Ideen, die hier vor allem während der italienischen Risorgimento, hier gewälzt wurden führten 1848 zu einem Angriff österreichischer Truppen auf das Kaffeehaus um den Widerstand zu brechen – die österreichischen Kugeln sind heute noch im weißen Salon zu besichtigen. Im grünen Saloon dürfen Studenten immer noch so lange sitzen wie sie möchten. 

Das typische Getränk des Hauses ist der Kaffee Pedrocchi. Es ist ein kochend heißer Espresso aus 100% Arabica-Bohnen. Dieser wird mit einer Emulsion aus Pfefferminzsirup und frischer Sahne sowie Kakaopulver in einer Cappuccinotasse serviert. Da er ungesüßt getrunken werden soll, gibt es keinen Löffel dazu. Beides schmeckt sündhaft gut und sehr süß. Durchaus eine Sünde wert. Am ehestens vergleichbar mit dem Café Sacher und der Sachertorte.

Abends wird noch etwas gearbeitet.

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