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Pompeji + Vesuv

Eigentlich wollte ich ja gestern nach drei Tagen „Sweat and Dust“ und ja es war wirklich zum schwitzen und staubig ans Meer. Aber die Küste zwischen Rom und Neapel ist einfach zu voll. Liegestühle an Liegestühle. Überall Resorts. Kein freier Strandanschnitt zu entdecken. Die Stellplätze überteuert und schlecht. Also noch mal durchgestartet und weiter nach Pompeji. Hier am Campingplatz Spartakus finde ich einen engen aber schattigen Platz. Und endlich wieder einmal eine ordentliche Dusche. Leider kühlt es in der Nacht hier überhaupt nicht ab, sodass ich um 4 Uhr früh dann doch die Klimaanlage anwerfe. 

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück gehts zur Ausgrabung Pompeji. Praktischerweise liegt sie direkt gegenüber dem Campingplatz. Ich schlendere durch die Ruinenstadt und lausche meinem online Audioguide und später einen kurzem Hörbuch über den letzten Tag im Pompeji. Dabei kann ich herrlich eintauchen und mich in diese Situation hineinversetzen. Spannend fand ich die vielen Mosaiks wo Hunde als Haustiere dargestellt wurden. Mit Halsband. Und auch unter den versteinerten Resten fand man Hunde und Pferde.

Knapp drei Stunden sind dann bei dieser Hitze auch genug und ich genieße die Mittagspause auf meinem kleinen Schattenplatz. Zum Glück habe ich so ein kleines womo da geht sich der kleine Tisch gerade daneben aus. 😂 Aber Platz genug um einen Eiskaffee und einen Apfelstrudel zu genießen.

Um 16:00 habe ich dann einen Ausflug auf den Vesuv gebucht.  Mit einem Minibus werden wir pünktlich abgeholt. Ich genieße es einmal nicht selbst fahren zu müsse und kann die Eindrücke von Neapel hervorragend aufnehmen. Am Weg auf den Vesuv fahren wir bei prächtigen Villen vorbei wobei vor dem Toren auf der Straße das typische südländische Müllproblem herrscht. Vom Wanderparkplatz geht es dann bei immer noch brütender Hitze (obwohl es schon 17:00) ist zu Fuß und Schattenlos bergauf. Es ist zusätzlich anstrengen da der Untergrund aus losem Vulkangranulat besteht und man immer leicht zurückrutscht. 20 – 30 min braucht man gemütlich bis an den hintersten Point. Der Krater ist beeindruckend und der Ausblick über Neapel, dem Golf von Neapel, die Insel Capri und die Landzunge von Sorrent ist atemberaubend. An der Bude oben koste ich einen Wein der an den Hängen vom Vesuv angebaut wird. Lacrimosa Christi wird er genannt. Er schmeckt hervorragend. Der Abstieg ist eine Rutschpartie. Am Heimweg werden wir zu einer obligatorischen Verkostung eingeladen. Natürlich kaufe ich ihm etwas Schokolade und Biskuits zu exorbitanten Preisen ab. Zwei Flaschen Rotwein 🍷 habe ich schon an der Bude oben erstanden. Aber essbare Souvenirs sind besser als der ganze Ramsch der sonst angeboten wird. Und von irgendwas müssen die ha besonders nach Corona auch leben. Die Tour hat 20 Euro + 12 Euro für den Eintritt gekostet. 

Am Abend spaziere ich mit den Hunden noch in die City von Pompeji. Eine nette Stadt mit netten Lokalen und Eissalons. 

Interessantes zum Pompeji und dem Vesuv: 

Der Berg ist heute 1281 m hoch.

Die Aktivität des Vesuv löst wiederkehrende  Eruptionen aus. Das typische Kennzeichen dieser explosiven Vulkanausbrüche ist das Aufsteigen einer kilometerhohen Eruptionssäule und der schnelle Ausstoß großer Mengen vulkanischen Materials. Die großen Vesuv-Ausbrüche sind zudem von pyroklastischen Strömen begleitet, die zu den gefährlichsten Formen des Vulkanismus zählen. Der anschließende Ruhezustand kann mehrere hundert Jahre andauern und endet mit einem erneuten großen Ausbruch.

Die Bezeichnung „plinianische Eruption“ bezieht sich auf Plinius den Jüngeren. Der spätere römische Senator beobachtete als junger Mann den letzten Großausbruch des Vesuv im Jahr 79 n. Chr., bei dem die antiken Städte PompejiHerculaneumStabiae und Oplontis verschüttet wurden, und schilderte diesen Jahre später in seinen Schriften. 

Der Vesuv war nach 79 n. Chr. jahrhundertelang aktiv. Seit dem letzten Ausbruch 1944 befindet er sich in einer Ruhephase. 

Der letzte größere  Öl Ausbruch des Vesuv ereignete sich um 800 v. Chr., danach ruhte der Vulkan jahrhundertelang und galt als erloschen. An der Bucht von Neapel entstanden wohlhabende römische Siedlungen, Villen und Landhäuser, die Hänge des Vesuv waren für guten Wein und gesunde Luft berühmt. 

Das Datum 24. August 79 stammt aus einem Brief des römischen Schriftstellers Plinius des Jüngeren, der als Achtzehnjähriger die Eruption im Golf von Neapel erlebte. Plinius beschrieb viele Jahre später in zwei Briefen den Tod seines Onkels Plinius des Älteren; dieser war Gelehrter und Präfekt der römischen Flotte. Er schilderte zahlreiche Einzelheiten des Ausbruchs: den Aufstieg der Eruptionssäule, den Niederschlag von Asche und Bimssteinen, Erdstöße und den Rückzug des Meeresspiegels. Die Pompeji-Eruption ist damit die erste durch Augenzeugen dokumentierte Naturkatastrophe. Die beiden Briefe ermöglichen eine genaue Datierung in das Jahr 79.  Ein „Augenzeuge“ war der jüngere Plinius allerdings nur mittelbar. Die Ereignisse in der Nähe des Vulkans schildert er anhand von Aufzeichnungen seines Onkels, der mit einem Schiff nach Stabiae übersetzte, um das Naturschauspiel aus der Nähe zu beobachten und den Bewohnern Hilfe zu leisten. Er starb in Stabiae; sein Neffe Plinius konnte sich mit den übrigen Einwohnern von Misenum rechtzeitig in Sicherheit bringen. Dass sich eine neue Phase von Aktivität ankündigte, bezeugt ein schweres Erdbeben am 5. Februar 62. Durch das Erdbeben lockerte sich der Pfropfen, der den Schlot des Vulkans verstopfte. Dessen Widerstand wurde durch die eingeschlossenen aufsteigenden Gase und durch das stetige Anwachsen des Drucks in der Magmakammer immer mehr Kraft entgegengesetzt. Vermutlich am 24. August 79 gegen 13 Uhr überwand der Innendruck den Widerstand des Pfropfens, der schlagartig zertrümmert und herausgeschleudert wurde, wodurch die Spitze des Vulkans weggesprengt wurde. Der Wind trug leichtere vulkanische Produkte mit einem Volumen von insgesamt etwa einem Kubikkilometer nach Südosten. In dieser Richtung lagen die Orte Pompeji, Oplontis, Stabiae und viele Landhäuser und Villen, auf die ein dichterer Niederschlag aus Asche und Bimssteinen fiel. Zwischen dem feinen Auswurfmaterial, welches eher herunterrieselte, schlugen schwerere Gesteinsbrocken mit 200 km/h auf die Erde. Nach etwa einer Stunde war der Himmel verdüstert und die Sicht stark eingeschränkt. Die Eruptionssäule hatte mittlerweile eine Höhe von etwa 20 km erreicht. Archäologische Funde belegen, dass einige Menschen in den bedrohten Orten während des Ausbruchs ihre Häuser verließen. Wie viele sich retten konnten, ist unbekannt; eine Flucht war wohl nur in den ersten Stunden möglich.

Am Nachmittag, etwa fünf Stunden nach dem Beginn des Ausbruchs, war Pompeji mit einer mehr als 50 cm dicken Schicht vulkanischen Materials bedeckt und ein Teil der Dächer der halbverlassenen Stadt war eingebrochen. Kurz nach Mitternacht begann die Eruptionssäule zusammenzubrechen. Der erste der nun entstehenden pyroklastischen Ströme wälzte sich über Herculaneum und tötete Menschen, die am Strand in Bootshäusern Schutz gesucht hatten. Ascheregen und pyroklastische Ströme häuften eine bis zu 20 Meter hohe Schicht über den zerstörten Ortschaften auf. Die Gesamtzahl der Todesopfer wird mit bis zu 5000 angegeben. Die Überreste von 1150 Menschen sind allein in Pompeji ausgegraben worden. Das vulkanische Material verfestigte sich im Laufe der Zeit zu einer harten, durchgehenden Masse von Tuffstein. In der Mitte des 16. Jahrhunderts galt der Vesuv als erloschen. 1631 erwachte er wieder mit der stärksten Eruption nach dem Untergang von Pompeji. Vom 17. bis zum 20. Jahrhundert brach der Vesuv rund 20 weitere Male aus. Mitte März 1944 brach der Vesuv zum vorerst letzten Mal aus. Trotz Evakuierung von 12.000 Personen fanden 26 Menschen dabei den Tod, die Städtchen Massa di Somma und San Sebastiano wurden zum wiederholten Male nahezu vollständig unter Lavamassen begraben. Seit 1944 ist der Vesuv ruhig, es gibt nur eine fumarolische Tätigkeit und leichte Beben. Der Vulkan ist aber nicht erloschen und bleibt gefährlich. Es gibt zwar Evakuierungspläne für die mehr als eine Million Einwohner, die im Falle eines Ausbruchs wie im Jahr 79 unmittelbar bedroht wären, doch sind bis heute Vorwarnungen der Vulkanologen weder zuverlässig, noch treffen sie frühzeitig genug ein. Die Pläne gehen von der bisher unerreichten Vorwarnungszeit von zwei Wochen aus. Dichtbesiedelte Orte befinden sich heute selbst an den Hängen des Vesuv, auch im Bereich des antiken Herculaneum. Das Stadtzentrum von Neapel und die neuen Hochhäuser im Bahnhofsviertel liegen in gleicher Entfernung wie einst das zerstörte Stabiae, sind aber durch den Sommawall, den Rest des alten Kraterrandes, einigermaßen geschützt. Der aktuelle Evakuierungsplan der Regionalregierung hat  das Ziel, die Bevölkerung in der Roten Zone des Vulkans stark zu reduzieren. In diesem 200 km² großen Gebiet der höchsten Gefährdungsstufe leben 600.000 Einwohner; 150.000 Menschen sollen in den nächsten 15 Jahren umgesiedelt werden. Mit Prämien in Höhe von 30.000 € pro Familie sollen die gefährdeten Bewohner zum Wegzug motiviert werden, jedoch bisher ohne durchschlagenden Erfolg.[Im Gegenteil: Obwohl neuere Erkenntnisse darauf hinweisen, dass die Magma-Kammer des Vesuvs wieder erwacht, sind in den letzten 20 Jahren allein in der Roten Zone 50.000 Häuser illegal neu gebaut worden. 

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